Nicht erst seit der Katastrophe im Ahrtal und dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wird über die Art und Weise disktutiert, wie die Bevölkerung im Rahmen von Naturkatastrophen und anderen für alle relevanten Warnungen verbessert werden kann.
Das Land Rheinland-Pfalz stellt zur Vorbereitung die Internetseite „Bleibt Bereit“ zur Verfügung, auf der Informationen über die Bereiche Bevölkerungsschutz, Vorsorge, Gefahren und Warnungen zusammengefasst werden.
Ein Ergebnis dieser Gesamtdiskussionen ist auch der sogenannte Bundeswarntag. Er findet jährlich am zweiten Donnerstag im September statt, dieses Jahr gibt es die vierte Auflage. Der Bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund, Ländern und Kommunen. Die bundesweite Erprobung der vorhandenen Warnsysteme wird durchgeführt um mögliche Verbesserungspotentiale zu identifizieren.
Am Donnerstag 12. September wird ab 11 Uhr eine Probewarnung verschickt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK) löst dann über das Modulare Warnsystem des Bundes (kurz: MoWaS) diese Probewarnung aus. Sie wird an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren, zum Beispiel Rundfunk- und Fernsehsender sowie App-Server geschickt.
Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung an verschiedene Warnmittel, darunter Cell Broadcast, Warn-Apps wie die vom BBK betriebene Warn-App NINA, Radio und insgesamt circa 7.900 digitale Anzeigetafeln. Diese transportieren die Warnung an die Bevölkerung.
Alle Landkreise und Kommunen, die am Warntag teilnehmen, entscheiden selbst, ob sie zeitgleich auch ihre verfügbaren kommunalen Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen auslösen.
Gegen 11:45 Uhr erfolgt über die Warnmittel und Endgeräte eine Entwarnung. Über Cell Broadcast wird aktuell noch keine Entwarnung versendet.
BBK-Präsident Ralph Tiesler zum Warntag:
„Angesichts der sehr guten Ergebnisse von 2023 schaue ich voller Zuversicht auf den Bundesweiten Warntag 2024! Das heißt aber nicht, dass wir nicht besser werden wollen oder uns entspannt zurücklehnen könnten. Wir haben den Warntag bewusst als Stresstest angelegt, um die Warnsysteme, die im Alltag störungsfrei laufen, auf Herz und Nieren zu prüfen und auch zu schauen, ob wir potentielle Schwachstellen, die wir in der Vergangenheit identifiziert haben, abstellen konnten. Dafür sind wir auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Wir bitten daher auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen wie möglich, sich an der anschließenden Umfrage zu beteiligen und ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. So können wir die Warnung gemeinsam besser machen.“
Über eine Online-Umfrage können Bürgerinnen und Bürger ab 11 Uhr am Bundesweiten Warntag ihre Erfahrungen hinsichtlich der verschiedenen Warnkanäle teilen. Die Umfrage läuft bis zum 19. September 2024.
Die Umfrageergebnisse werden wissenschaftlich ausgewertet. Gemeinsam mit der technischen Analyse des Warntages 2024 sind sie die Basis für die Vorbereitungen zum fünften Bundesweiten Warntag am 11. September 2025.
Bund und Länder bereiten den jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfindenden Bundesweiten Warntag in Abstimmung mit der kommunalen Ebene gemeinsam vor. Zuständig sind auf Bundesebene das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (kurz: BBK), auf der Ebene der Länder die jeweiligen Innenministerien und auf der Ebene der Kommunen in der Regel die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.